— Drei Fragen zu Actopolis

3 Fragen


— geheimagentur führt Grenzkontrollen in Nürnberg ein.

Flagge

Ab Mitte Mai zieht die geheimagentur mit einem mobilen Checkpoint durch Nürnberg. Denn je härter die globalen Ver- und Unterteilungen umkämpft sind, desto mehr lohnt es sich, auf die kleinen, inneren Grenzen zu schauen, um aus dieser Innenschau Visionen fürs Große Ganze zu entwickeln. Der Checkpoint stellt sich als wandelndes Forum gemeinsamer Grenzforschung und -erprobung zur Verfügung. Unlimited Limited (UNLTD) setzt lustvoll Grenzen aufs Spiel und macht sie damit einer Neuverhandlung zugänglich.

UND? HEUTE SCHON GRENZGÄNGER GEWESEN?
geheimagentur:
1. Klar! Ich bin aufgewacht. Da geht’s ja schon los. Da habe ich die Grenze zwischen Ruhe und Aktivität überschritten. Gleichzeitig bin ich auf der Grenze zwischen Unter- bewusstsein und Bewusstsein gewandelt. Im Aufwachen fahre ich ja sozusagen meine Festplatte hoch und werde jedes Mal wieder neu zu der Person, von der ich glaube, dass ich sie bin. Ich habe heute morgen also schon wieder die Chance verpasst, mein Bewusstsein zu erweitern und einfach mal wer anders zu sein.
2. Ich glaube, man beschreitet ständig Grenzen im Alltag, merkt es aber oft gar nicht. Je nachdem mit wem man spricht, kann auch Kommunikation entweder in gewohntem Gebiet oder auf fremdem Territorium stattfinden.
3. Also vor wenigen Tagen haben wir eine gar nicht alltägliche Grenze überschritten. Wir haben den Checkpoint Charlie von Berlin hierher nach Nürnberg geholt.
DAS HAT EIN BREITES MEDIENECHO HERVORGERUFEN UND FÜR VIEL EMPÖRUNG GESORGT. WAR ES EUER ZIEL, MIT DIESER GRENZÜBERSCHREITUNG ZU PROVOZIEREN?
2. Ja!
3. Das war keine Provokation. Das war Diebstahl.
1. Das war kein Diebstahl. Das war freundliche Übernahme.
SOLLTEN DENN ALLE GRENZEN AUFGELÖST WERDEN?
1. Naja, nüchtern betrachtet ist eine Grenze nicht viel mehr als eine Linie, die zwei Dinge voneinander unterscheidet. Sie zeigt, wo das eine beginnt und das andere endet. Das können natürlich auch Unterschiede sein, die man in Frage stellen kann. Auf jeden Fall dienen Grenzen der Orientierung oder machen Dinge überhaupt erst wahrnehmbar. Wir hätten ganz schön Probleme, uns im Leben zurecht zu finden, wenn es überhaupt keine Grenzen gäbe.
2. Die Frage ist doch, aus welchen Gründen ist eine Grenze gesetzt worden …
1. … und ist sie durchlässig oder ist sie dicht?
3. Und ohne Grenzen gäbe es keine Grenzüberschreitung. Das wäre doch sehr schade, oder?
WAS VERBIRGT SICH HINTER UNLTD?
1. UNLTD will gemeinsam mit den Nürnbergern herausfinden, wo es hier überall Grenzen gibt. Wo sie sich häufen, aber auch, wo vielleicht welche fehlen. Und wir meinen damit nicht nur territoriale Grenzen. Viele greifbare Grenzen sind ja lediglich Materialisierungen mentaler Grenzen.
3. Zum Beispiel kann ich mich fragen: Wie verläuft meine innere Grenze zwischen meinem Wert und meiner Würde? Was gleichzeitig die Frage aufwirft, was genau der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen ist.
UND WIE KAM ES ZU DIESEM PROJEKT?
1. Der Impuls kam eigentlich vor allem aus der Nürnberger Migrationsgeschichte, noch bevor „Grenzen“ durch die zunehmende Zahl von Flüchtlingen zum großen Thema wurde. Die Ironie ist, dass die Grenzen für Waren permanent eingeebnet werden, z. B. mit den TTIP-Verhandlungen. Gleichzeitig werden die Grenzen der Länder, die in den Genuss des daraus gewonnen Wohlstands kommen, dichter. Das zwingt immer mehr Menschen, die Grenzen Richtung Wohlstand zu überschreiten. Der Versuch, das wieder erneut zu begrenzen, ist daher eigentlich absurd.
2. Wir hier drinnen, die da draußen. Dieses Weltbild, das sich da festsetzt, wird durch eine quasi grundsätzliche und alltägliche Untersuchung des Phänomens Grenze zwangs- läufig in Frage gestellt. Spiegeln sich die großen Grenzen nicht bereits im Kleinen? Welche Chancen liegen darin, sich dessen bewusst zu werden?
1. Und um nochmal auf die Flüchtlinge zurückzukommen: Können wir von ihnen nicht mehr Mut zum Grenzgängertum lernen, um gemeinsam den eigentlichen Fluchtursa- chen etwas entgegenzusetzen?
WAS ERHOFFT IHR EUCH VON EURER GRENZFELDFORSCHUNG IN NÜRNBERG?
3. Neue Grenzerfahrungen, Grenzwerte, Grenzfelderkenntnisse. Die werden wir im Rahmen einer Grenzfeldperformance auf dem Festival „Talking About Borders“ zur Weiterverwendung anbieten.
WAS GENAU HABT IHR DENN VON MITTE MAI BIS ENDE JUNI IN NÜRNBERG VOR? WO KANN MAN EUCH IN DIESEM ZEITRAUM FINDEN?
3. Wir werden viel in der Stadt unterwegs sein. Und der Checkpoint wird natürlich eine zentrale Rolle spielen. Zuviel wollen wir aber noch nicht verraten.
WIRD DER CHECKPOINT ZU EINER WANDERGRENZE?
2. So kann man es sehen.
3. Vielleicht muss der Checkpoint auch mal Asyl suchen, wenn’s nachts regnet.
KANN MAN SICH AN UNLTD BETEILIGEN?
1. Unbedingt.
2. Wer sich vorbereiten will, kann schon einmal trainieren, mit einem anderen Bewusst- sein für Grenzen durch den Alltag zu gehen. So kann jeder mit UNLTD ganz ohne unser Zutun bereits anfangen.
1. Da stellt sich dann gleich die Frage: Wann beginnt UNLTD eigentlich? Wo ist der Anfang?
3. Und wird es ein Ende geben?
(IMPULS, Zeitung des Staatstheaters Nürnberg, April/Mai 2016)


— geheimagentur, Knarf Rellöm, Ronnie Henseler & the Seafarers at the Duckdalben: International Shore Connection – Video and Download

There are many songs about adventures at sea. However, they don‘t usually talk about seafaring today – about container ships, about global trade, about too little time on shore, and so on.

The International Seamen’s Club Duckdalben in Hamburg Harbour is visited by hundreds of seafarers every day. We asked the seafarers there what words they would like to hear in a contemporary seafarers’ song. They talked about hard work, about their loneliness at sea, about their desires and fears, about their families and about friendship. Their answers are the lyrics to the song “International Shore Connection”.

The music video is done in a karaoke style as karaoke is one of the most popular activities among the seafarers at the club. The video assembles photographs that the seafarers took on their journeys across the globe and kindly gave us. The song and the video document the seafarers‘ journeys and their work today.

Concept and Video: geheimagentur
Music: Knarf Rellöm & Ronnie Henseler
Vocals: Knarf Rellöm


— 11/4/2016: Bucharest

if it doesn't work


— International Shore Connection beim Stuttgarter Filmwinter

International Shore Connection

Unser Video International Shore Connection läuft am 15. Januar im Kurzfilmprogramm des Stuttgarter Filmwinter.

Die geheimagentur befragte Seefahrer, die den Seemannsclub „Duckdalben“ in Hamburg besuchten, welche Worte sie gerne in einem zeitgenössischen Seemannslied hören würden. Ihre Antworten sind der Text dieses Liedes. Das Video collagiert Fotos, die die Seefahrer auf ihren Reisen gemacht und uns freundlicherweise zur Verfügung haben. Vielen Dank!

Regie, Drehbuch, Schnitt: geheimagentur
Musik: Knarf Rellöm & Ronnie Henseler
Vocals: Knarf Rellöm

 


— Video Release: International Shore Connection

International Shore Connection

 

Im Sommer haben wir im Hamburger Hafen ein alternatives Kreuzfahrtterminal eröffnet. Dafür haben wir zusammen mit Knarf Rellöm & Ronnie Henseler ein Lied geschrieben:

We asked seafarers who visited the Seamen’s Club Duckdalben in Hamburg what words they would like to hear in a contemporary seafarer’s song. Their answers are the lyrics to “International Shore Connection”. The video uses photos that the seafarers took on their journeys and kindly gave us.

Und da inzwischen auch das Video fertig geworden ist, wollen wir eine kleine vorweihnachtliche Release-Party feiern – natürlich im Duckdalben – all welcome!

19.12.2015. 19:30. International Seamen’s Club Duckdalben, Zellmannstraße 16, 21129 Hamburg


— Eine Projektion

Ein paar Bilder von unserer Performance am 27.11.15 in der Kunsthalle Exnergasse im WUK in Wien als Teil der Ausstellung A Proposal to Call (die Ausstellung läuft noch bis 19.12.):

Fotos: Barbara Mahlknecht / Andrea Löbel


— Black Flag

Wien sagt: „Wetten, dass die geheimagentur es nicht schafft, während des Nachmittagskonzertes die schwarze Fahne des Anarchismus aus einem Fenster des Wiener Musikvereins wehen zu lassen?“

„Wetten, dass doch?!“


— Call & Response

response


In seinem Essay upon Projects aus dem Jahr 1697 ruft Daniel Defoe das Zeitalter der Projektemacherei aus, das Projecting Age: die Zukunft erscheint plötzlich offen und gestaltbar, alle machen Projekte, so groß angelegt, dass von ihrem Scheitern auszugehen ist, und an den Börsen und in den Kaffeehäusern werden auf den Ausgang dieser Projekte Wetten abgeschlossen. Das Projekt selbst ist eine Wette. In diesem Sinne realisiert die geheimagentur gemeinsam mit brut Wien und der Kunsthalle Exnergasse das zweiteilige Projekt Call & Response, das als Lecture-Performance an Tag 1 in der Exnergasse beginnt und als Wettbüro an Tag 2 in der brut-Bar endet. Am Ende von Tag 1 wird das Publikum zu Wetten herausgefordert, die sich in den folgenden 24 Stunden entscheiden müssen. Am folgenden Abend werden dann in der brut-Bar die Wettergebnisse verkündet, die Gewinne ausgezahlt und die Drinks ständig nachgeschenkt.

27.11.2015, 20 Uhr: Call: Lecture Performance in der Ausstellung “A Proposal to Call”, Kunsthalle Exnergasse
28.11.2015, 20 Uhr: Response: Wettbüro im brut Wien.


call


— Join the O.T.E.A.M.! Save the Pathos!

Wenn die Welt am Straucheln ist, wenn die Zeit sich verpisst und die Hoffnung verreckt, beginnt ihr Tanz: 12 Tage, 288 Stunden, 17280 Sekunden gemeinsam wohnen, schlafen, schuften. Es gibt Missionen, an die wagen sich nur die mutigsten Spezialisten der Welt.

Eine ungreifbare Macht fördert seit Jahren verdeckt einen Zersetzungsprozess, der die Entfaltung der kreativen Freiheit auf dem Gelände der Schweren Reiter in München vereitelt. Aus dem Nichts werden Gebäude der Einsturzgefahr anheim gegeben oder unangekündigt abgerissen. Der Zerfall ist soweit fortgeschritten, dass sich die Wächter der Stadt nun als Retter aufspielen und den Künstlern die Entwicklung des Quartiers zu einem Zentrum der Kreativwirtschaft als den einzig möglichen Plan verkaufen.

Das auf dem Schwere-Reiter-Gelände angesiedelte Pathos Theater und das O.T.E.A.M. sahen sich zum handeln gezwungen und haben befreundete Superkreative eingeladen, um gemeinsam im Pathos Paradies Camp Gegenstrategien zu entwickeln. Darunter die geheimagentur.

Doch der Feind ist stark, die geballte Gegenkraft von 16 Superkreativkräften nicht genug.
Deshalb mutiert die geheimagentur zur Amazing Agency der Superskills und sucht nach Helden und Heldinnen und solchen, die eine/r werden wollen. Als Teil der Pathos Paradies Camp Show öffnet das erste Superheldenkompetenzentrum und sendet den Ruf an alle, die sich berufen fühlen:

Join the O.T.E.A.M!

Save the Pathos!

18. und 19.09.2015, 20:30 Uhr Pathos München
Weitere Informationen auf der O.T.E.A.M.-Web-Seite.


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